Umfassende
Sicherheitsprüfung durch TÜVRheinland im Vorfeld / Oberirdischer
Schienenverkehr in der Innenstadt wiederbelebt
Köln/Paris - Im Dezember wurde das erste Teilstück der neuen Pariser Straßenbahn feierlich eröffnet. Die neue Bahn soll die von Verkehrsstaus überlasteten Boulevards wieder attraktiver machen und die Vorstädte miteinander verbinden. Ein weiteres Kapitel in der Verkehrsplanung der französischen Hauptstadt - eines, das als längst erloschen galt. Denn vor 60 Jahre quittierte die zunächst letzte Tram ihren Dienst. Bevor die Bürger der Seine-Metropole den oberirdischen Schienenverkehr Ende 2006 wieder nutzen konnten, standen umfassende Sicherheitsprüfungen des neuen Verkehrsmittels durch den TÜVRheinland an.
Die Spezialisten waren für die Kontrolle der technischen Infrastruktur verantwortlich. Ob Signaltechnik, Energieversorgung, Gleise oder die Bahnsteige - alle Facetten untersuchten die Fachkräfte und klopften sie auf die landesspezifischen Sicherheitsanforderungen ab. Dabei ging es um Details in Alarmplänen, also was geschieht, wenn der Zug einmal liegen bleibt. Zudem wurde die Frage geprüft, ob die Höhe der Bahnsteige mit dem Niveau der Türen in den Bahnen übereinstimmt und ob Rollstuhlfahrer die Tram nutzen können. "Wir betreuten das Projekt von Juli 2004 bis November 2006. Im Schnitt waren unsere Fachleute einmal pro Monat vor Ort", erläutert Projektleiter Wolfgang Otto. Der TÜVRheinland - übrigens die einzige nichtfranzösische Organisation, die vom dortigen Verkehrsministerium zur Sicherheitsüberprüfung anerkannt wurde - führte auf diese Weise den so genannten "zweiten unabhängigen Blick" beim Bau der Tram durch.
Das acht Kilometer langen Teilstück wurde in Etappen geprüft. Rund sechs Wochen vor dem regulären Betriebsbeginn gab der TÜVRheinland in Paris grünes Licht. Das Ergebnis: Mittlerweile rollt der Verkehr in der französischen Hauptstadt auch oberirdisch auf Schienen, nur die Autofahrer müssen sich an das neue Gefährt noch gewöhnen - die Tram hat nämlich immer Vorfahrt!
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