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Wiesbaden-Frauenstein: Forschung und Schutz für die Äskulapnatter

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Wiesbaden-Frauenstein: Forschung und Schutz für die Äskulapnatter 17.08.2007 :: Wiesbaden-Frauenstein: Forschung und Schutz für die Äskulapnatter
Die Äskulapnatter ist eine hessische Rarität und vom Aussterben bedroht: Zamenis longissimus, so ihr lateinischer Name, ist den meisten Menschen durch das Symbol der Ärzte und Pharmazeuten bekannt.
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17.08.2007 [08:59]

Die Äskulapnatter ist eine hessische Rarität und vom Aussterben bedroht: Zamenis longissimus, so ihr lateinischer Name, ist den meisten Menschen durch das Symbol der Ärzte und Pharmazeuten bekannt.

Wiesbaden-Frauenstein: Forschung und Schutz für die Äskulapnatter

In Deutschland ist diese harmlose und mit bis zu 1,8 Metern Gesamtlänge größte einheimische Schlange lediglich in vier isolierten Gebieten anzutreffen. Zwei liegen in Bayern im Donautal bei Passau sowie an der unteren Salzach und zwei in Hessen im Rheingau-Taunus und im Odenwald, wobei sich das letztere Gebiet auch auf Baden- Württemberg erstreckt.

Die Äskulapnatter-Population im Rheingau-Taunus ist von ganz besonderer Bedeutung. Denn hier überlebt die seltene Schlangenart in einer letzten Inselbastion als nördlichstes Vorkommen in Mitteleuropa. Das Verbreitungsgebiet liegt zwischen Oestrich-Winkel, Bad Schwalbach und Wiesbaden-Frauenstein.

Ohne besondere Schutzmaßnahmen kriecht die gesetzlich streng geschützte Art nördlich des Rheins jedoch einer ungewissen Zukunft entgegen. Gefährdet ist die elegant anmutende „Kletternatter“ zunächst durch die mangelnde Verbindung zu anderen Beständen.

Außerdem ist sie insbesondere durch die Zerstörung und Veränderung ihrer Lebensräume bedroht, die z.B. durch den Landschaftsverbrauch für Siedlungs- und Verkehrsflächen, Aufforstung trockener und offener Bereiche oder Nutzungsintensivierungen der Forst- und Landwirtschaft hervorgerufen werden.

Die Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen e.V., kurz „AGAR“, will mehr über die ökologischen Bedürfnisse der Äskulapnatter erfahren und gezielte Schutzmaßnahmen zum Erhalt dieser Natter umsetzen. Wie sich die im Rheingau- Taunus existierenden Bestände derzeit entwickeln, ist unbekannt. Die Lückenhaftigkeit der Funde spricht jedoch dafür, dass es inzwischen an vielen Stellen an geeigneten Biotopen für das bedrohte Reptil fehlt.

Von großer Bedeutung sind geeignete Fortpflanzungsbiotope, die den Tieren eine Eiablage
ermöglichen. Äskulapnattern legen ihre Eier im Frühsommer an Orten ab, die genügend
Eigenwärme produzieren, um die Entwicklung von Jungschlangen möglich zu machen.
Typischerweise werden Gelege in Kompost- oder Misthaufen gefunden. In einer
Reihe von Gebieten fehlt es aber an derartigen Strukturen, so dass eine Ausbreitung der
Art verhindert wird.

Um die vielen Lücken innerhalb des Rheingau-Taunus-Vorkommens zu schließen, wurden
im Rahmen des Äskulapnatter-Schutzprogramms der AGAR systematisch künstliche
Eiablageplätze entlang geeignet erscheinender Vernetzungskorridore errichtet. Welche
Beschaffenheit angelegte Komposthaufen besitzen sollten, um für die Äskulapnatter attraktiv
zu sein, hat Ina Groß untersucht, deren Diplomarbeit Bestandteil des AGARProjektes
war.

Bislang hat die AGAR in diesem Jahr insgesamt 50 Eiablagehaufen an besonders geeigneten
Stellen errichtet, viele andere sind geplant. Dann stehen weitere Arbeiten an,
denn die Nisthilfen müssen im Frühjahr neu bestückt und im Herbst auf Gelegespuren
kontrolliert werden.

Neben diesen Schutzmaßnahmen steht auch eine systematische Überprüfung der Bestandszahlen auf dem Programm der AGAR. Ein sogenanntes Monitoring, bei dem bei
regelmäßigen Begehungen Tiere individuell erfasst und gezählt werden, findet derzeit
am Rande des Naturschutzgebiet Sommerberg bei Wiesbaden-Frauenstein statt. Hier
soll in den nächsten Jahren protokolliert werden, wie sich die Population entwickelt.
Der Schutz der Äskulapnatter gehört in Hessen zu den vorrangigsten Aufgaben des Reptilienschutzes.

Dass der Lebensraumerhalt des hochgradig gefährdeten Reptils in einem
auf Nachhaltigkeit ausgelegten Hilfsprogramm voran getrieben werden kann, ist dem
Engagement von Sponsoren zu verdanken. Die Fraport AG, ohne die das Schutzprojekt
nicht hätte realisiert werden können, trägt mit 25.000 € den Löwenanteil der finanziellen
Unterstützung. Die Hit-Umweltstiftung beteiligt sich mit 4.000 €.

Bei einem Geländetermin wollen sich nun die Sponsoren am Montag, dem 20. August
2007 um 10 Uhr, über den Erfolg des Projektes informieren. AGAR-Projektleiterin Annette
Zitzmann und Diplombiologin Ina Groß werden über die Arbeiten berichten und bei
dieser Gelegenheit lebende Äskulapnattern präsentieren. Die Presse, Projektpartner
und Interessierte sind herzlich zu diesem Termin eingeladen! Weitere Informationen
gibt es bei der Geschäftsstelle der Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz
unter der Telefonnummer 06184-994393.


Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Amphibien- und Reptilienschutz in Hessen e.V. (AGAR)
Gartenstraße 37, 63517 Rodenbach Tel.: 06184-994393

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